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Polaire

Schauspielerin mit Wespentaille

 
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Polaire (1979-1939) hieß mit bürgerlichen Namen Emilie-Marie Bouchaud und wurde in Algier geboren. Als kleines Mädchen war sie von Natur aus schlank und hatte, wie sie es selbst sagte, den sehnigen Körper eines kleinen Arabers und den Brustkasten eines spanischen Boleros.

Sie begann ihre Karriere in der Music-Hall und wurde durch das Stück 'Claudine à Paris' berühmt (1902). Ihre Freunde, Willy und Colette förderten das ätherische und sexuelle Ideal eines jungen Mädchens und ermunternden sie, sich eng zu schnüren.

Mit ihrer offensichtlichen Häßlichkeit - ihren großen Händen, großen Füßen, ihrem dicken Mund und ihrer langen Nase- warben ihre Förderer. Öffentliche Photographen verglichen ihr Profil mit dem eines Hausschweins, das ein juwelenbesetztes Halsband trug. Wie ein Schwein trug sie auch einen Nasenring - der (vor Antritt ihrer USA-Tournee) als Protest gegen das Vornehme angekündigt wurde.

Sie stellte sich wie ein Feind der Zivilisation dar und kultivierte auf der Bühne einen sinnlichen und barbarischen Stil. "Sie brüstete sich mit ihrer schwitzenden Leidenschaftlichkeit - ein ungebändigtes und nicht zu zähmendes Mädchen ... eine Schauspielerin, mehr barbarisch als tragisch." Ihre Wespentaille wurde weniger als eine einmalig-modische Übertreibung sondern vielmehr als eine bewußt gekünstelte Barbarei betrachtet.

Bei ihrem ersten Besuch in den USA wurde sie als eine Art Circus-Clown angekündigt: "Die häßlichste Frau von Paris mit der schmalsten Taille auf der Welt." Um ihr Taillenmaß wurde ein großer Wirbel gemacht. "Als sie ihren schwarzen Satin-Umhang ablegte - mit einer absichtlichen und verführerischen Verzögerung passend zur Enthüllung dieser berühmten physikalischen Besonderheit - schnappten die anwesenden Damen mitfühlend nach Luft." Mit dem Programm wurde ein 36 cm-Maßband verteilt, das folgende Aufschrift hatte:"Das ist Polaires Taillenmaß. Wie ist ihres?"

Für sie wurde eigens ein Lied geschrieben, das so anfing:"Als ich in der Music-Hall anfing, paßte meine Taille in einen Männerkragen." Eine Idee, die George Herriot inspirierte. Er wollte ihr einen Gürtel aus Diamanten kaufen, wenn sie diese Behauptung mit seinem Kragen erfolgreich demonstrieren würde. Für ihren Auftritt im Coliseum in London (1915) stellte der Agent William Hammerstein eines ihrer 36 cm Korsetts in einem Schaukasten an einer Ecke des Theaters aus und stellte ihre Taille in der Presse als ein 'Geschenk der Götter' dar.

Sie war 160 cm groß um maß 96,5 cm um die Brust und 86 cm um die Hüften. Ihre Taille war nach ihrer Autobiographie angeblich normal und die weniger wespenhaften Abbildungen, die früher aufgenommen wurden, erklärte sie damit, daß sie sich aufpolsterte, um mehr wie ein Mensch auszusehen.

Ihr engstes veröffentlichtes Taillenmaß war 41 und 42 cm in ihren frühen Jahren (um 1902). Danach änderte es sich auf ungefähr 48 cm. Es ist nicht bekannt, wie lange sie die berühmte Taillen-Kragenweite besaß. Ihre Nachrufe enthalten widersprüchliche Angaben, wie "das exakte Taillenmaß wurde niemals bestimmt" oder "sie wurde 1910 offiziell auf 36 cm gemessen.

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